Lin Poser.

Anmeldungsdatum: 09.05.2006 Beiträge: 303 Wohnort: Engelbertus' Feste in Oberberg

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Verfasst am: 03 Sep 2006 14:42 Titel: [Steele Bros. Private Eyes] Sergeant Leech `the peach´ |
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Leech, „the peach“
Leech ist auf alle besonders sauer. Das gilt auch für den Regisseur und den Drehbuchautor.
Inspector Augustus J. Leech (von Sully auch liebevoll "Sergeant Leech „the peach“”
genannt) hat es echt nicht leicht: Zum einen schreibt das verdammte Drehbuch vor, dass er der ultimativen Lösung des Falls immer genau zwei Schritte hinterher hinkt (was genau EIN Schritt zu langsam ist, da sich da ja noch die Steel Brothers erdreisten, sich in seinem Universum breit zu machen). Zum anderen ist er der EINZIGE, der die ganze Zeit versucht, diesen beschissenen, von Vollidioten und Versagern besiedelten Planeten zu retten, was ihm aber nie jemand dankt.
Im Gegenteil: Seine Frau, die ihn übrigens hereingelegt hat, das Luder, hat sich seit der Hochzeitsnacht als herrschsüchtiger, Besenstielschwingender Drache entpuppt, der seine Kreditkarte bis auf den letzten Cent auspresst und ihm das Leben zur Hölle macht, sobald er nur einen Fuß über die Türschwelle seines gepflegten Vororthäusschens setzt.
Seine Tochter Milli (die eigentlich die Sonne sein sollte in dem finsteren Dasein, das sich sein Leben schimpft), ist ein ausgemachtes Flittchen – aber das sind nur diese nichtsnutzigen Typen schuld, mit denen sie sich ständig rumtreibt. Alles Kriminelle – Drogensüchtige, versoffene Diebe, die ein leichtes Spiel mit dem behütet aufgewachsenen Naivchen haben. Leech kommt kaum hinterher mit den Verhaftungen, so schnell schleppt sie wieder neue an.
Sein Sohn Dustin, der Stammhalter, dessen Pflicht es wäre, Leechs ganzer Stolz zu sein, ist ebenfalls ein Reinfall. Mit kaum zehn Jahren findet man sein Foto im Lexikon unter dem Eintrag „Schweinswal“, von Leech gelegentlich auch übersetzt in „fetter, dümmlicher Wonneproppen“, der seine Zeit am liebsten damit verbringt, Nahrungsmittel in sich hineinzustopfen. Das wäre ja noch zu ertragen, wenn da nicht noch sein neuestes Hobby wäre: BALLETTSTUNDEN. Leech wagt es kaum, das Wort zu denken. Und das ist alles nur seine Frau schuld, die zu allem Unglück auch noch darauf besteht, dass er sich für jede – JEDE – dieser dämlichen Aufführungen dienstfrei nimmt. Nicht auszudenken, wenn die Jungs auf dem Revier davon Wind bekämen! Und erst die KOSTÜME: Pastellfarben und Frauenschläppchen. Und Tüll, VIEL Tüll. Leech hofft nur, dass es sich noch auswächst.
Bleibt da noch der Hund – falls es überhaupt einer ist. Leech weiß immer noch nicht, ob das Vieh „Schatzimauselzähnchen“ oder „Schnuckiputzili“ heißt. Der Hund übrigens auch nicht, besonders peinlich ist das beim Gassigehen. Das Gassigehen... Leech schaudert es. Auf dem besteht seine Frau etwa ebenso energisch wie auf die lächerlichen Besuche beim Hundefriseur, für die er sich ebenfalls regelmäßig Dienstfrei nehmen muss. Peinlich genug, wenn er das Vieh anschließend an der Leine durch die Nachbarschaft zerren muss. Übrigens eine besonders entwürdigende und unnütze Angelegenheit, weil das Vieh ohnehin bei jeder Gelegenheit vor Angst undicht wird. Neulich hat es sich sogar vor einem HYDRANTEN erschreckt und seine Schuhe gegossen. Also, was das Gassigehen betrifft: Sollte ihn jemals irgendeiner vom Revier dabei sehen, wird er das Vieh umgehend dem Kammerjäger in die Hand drücken. Und das nicht zur Generalreinigung.
Entspannung bringt ihm da nur sein Privatwagen, den er jeden Samstag aus der Garage holt und poliert, um ihn dann am Sonntag spazieren zu führen: Ein wunderbarer kakaobrauner Ford Fairlane, der elegant ist wie eine Limousine und lässig wie ein Sportwagen. Naja, nicht immer so lässig. Eigentlich ihm macht der Wagen ihm immer genau dann, wenn’s mal lässig aussehen soll, einen Strich durch die Rechnung: Wenn er im Wagen sitzend mit einem lockeren Handgriff das elektrische Verdeck betätigen will, kann er davon ausgehen, dass das blöde Ding sich im entscheidenden Moment verhakt. Er könnte schwören, dass dieses verdammte Verdeck schuld ist, dass die Bräute nicht am Bürgersteig Schlange stehen wenn er ankommt. Und offen lassen ist auch keine Option: Es regnet nämlich grundsätzlich immer dann, wenn der Wagen mit offenen Verdeck geparkt ist. Wo wir gerade vom Wetter sprechen:
Das Wetter ist sowie immer Scheiße. Vor allem wenn’s drauf ankommt.
Kein Wunder, dass er da immer extrem gereizt ist. Sein Arzt hat ihm neulich sogar verordnet, sich einer wöchentlichen Meditationsrunde anzuschließen. Meditation. Dieses VERDAMMTE, BEKIFFTE HIPPIE-WISCHIWASCHI. Manchmal glaubt er, dass diese Meditationsrunden seinem Herz mehr schaden als helfen.
Aber am meisten auf der Welt hasst er diesen Sully und diesen Jimmy, mit ihrem ganzen schleimigen Proletengetue und diesem verdammten Glück, das die beiden Idioten immer haben. Ja, vor allem das Glück. Bis jetzt haben die beiden es immer irgendwie geschafft, seine wohlverdienten Lorbeeren einzuheimsen. Aber das wird sich diesmal ändern.
An seinen neuen Fall, ein ganz großes Ding, da kommen sie nicht ran. Und es wäre doch gelacht, wenn er den beiden dabei nicht noch einen Denkzettel verpassen könnte, wenn sie es das nächste Mal wagen sollten, seine Wege zu kreuzen. Denn dass sie das tun werden, das scheint ihm fast so sicher wie der tägliche Shoppingtrip seiner Frau. Und nen Denkzettel haben die beiden wirklich dringend verdient. |
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